Die Akademie für ­gesprochenes Wort

»GrenzenLos!«

Ein Live-Literatur-Abend

Samstag, 9. November 2019
19.30 Uhr
Alte Turnhalle

Stimmenklar, hautnah, kreativ, kostbar, ­gesprochen, gemurmelt, gelebt. Das ­Ensemble der Akademie für gesprochenes Wort macht Literatur zum Erlebnis.

Der 9. November ist ein Schicksalstag. 1989 fiel die Mauer und öffnete die Grenze zur Wiedervereinigung Deutschlands. 1938 brannten in der mörderischen Überschreitung von Grenzen jüdische Geschäfte und Synagogen während der Reichspogromnacht.

Das Sprecherensemble der renommierten Akademie für gesprochenes Wort – Uta Kutter Stiftung hat zu diesem Anlass ein ganz besonderes Programm für Öhringen und seine Alte Turnhalle als Aufführungsort erarbeitet. In der Lyrik von Hilde Domin erfahren wir von dem Wunsch nach einer Grenze als Behausung, Friedrich Hölderlins Der Abschied oder die Ballade vom preussischen Ikarus des Liedermachers Wolf Biermann hingegen stehen für die schmerzliche Erfahrung geschlossener Grenzen. Mit Werken von Erich Kästner, Ernst Jandl oder J.W. von Goethe erzählen Poesie und Musik – den Mythos des Ikarus umkreisend – im letzten Teil des gut einstündigen Abends von der Hoffnung der Menschen, Grenzen zu überwinden.

Im Miteinander von Literatur und Musik bildet sich der Rhythmus dieses Programms mit seinen vielen Facetten. Gregorianischer Gesang, melancholische Lautenlieder von John Dowland, kabarettistische Tierverse von Paul Dessau und eine hochvirtuose Comicpartitur von Cathy Berberian lassen die emotionale Bandbreite erahnen. Zum Sprecherensemble der Akademie mit Dagmar Claus, Jule Hölzgen, Orlando Schenk und Benjamin Stedler gesellt sich an diesem Abend die 92-jährige Grand Dame der Sprechkunst Elke Twiesselmann. Es singen und spielen Theresa Szorek (Sopran), Prof. Tillmann Reinbeck (Gitarre) und Prof. Angelika Luz (Sopran), die auch die szenische Einrichtung des Abends übernommen hat.

Ein fulminanter Abschluss der Literaturtage.

Akademie für gesprochenes Wort

Ziel der in Deutschland einmaligen Stiftung Akademie für gesprochenes Wort – gegründet 1993 von Prof. Uta Kutter – ist die Förderung gesprochener Sprache und Dichtung. Sie ist auf den Feldern der Kunst, der kulturellen Bildung und der Wissenschaft tätig. In künstlerischen Veranstaltungen und in Projekten der Hör-, Sprach- und Sprechentwicklung vermittelt die Akademie die Kulturen der Mündlichkeit, der Freien Rede und des Gesprächs. Die Arbeit der Akademie wird von der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg institutionell gefördert und durch Spenden von Unternehmen und Privatpersonen unterstützt.

Das Ensemble der Akademie besteht aus einem Kreis künstlerisch-pädagogisch ausgebildeter Sprecherinnen und Sprecher. Das Sprecherensemble ist seit vielen Jahren gefragt als literarischer Gast, als kompetenter Partner für Schulen und für Weiterbildungsmaßnahmen sowohl von Unternehmensseite als auch von öffentlichen Einrichtungen. Gefördert von der Robert-Bosch Stiftung erarbeitete die Akademie 2019 mit Mitgliedern des Ensembles das Bildungsprojekt »Ich spreche, so bin ich—Stark durch Sprache« an zwei Stuttgarter Schulen. In der Vergangenheit erhielt das Ensemble Einladungen zu künstlerischen Auftritten der Kulturhauptstadt Weimar, der Kulturhauptstadt Hermannstadt (Sibiu, Rumänien), zur Eröffnung der Expo Hannover 2000 und zum Bildungscampus in Heilbronn, zur Eröffnung der neuen Stadtbibliothek Stuttgart sowie des Landesmuseums Württemberg anlässlich der Feier seines 150-jährigen Bestehens. In den letzten Jahren erhielt das Ensemble auch vermehrt Anfragen aus anderen Bundesländern und dem Ausland, u.a. aus Finnland, Frankreich, Polen, Rumänien, Russland und Ungarn. Im März 2013 war das Ensemble beim Bundesfinanzministerium in Berlin zu Gast. In der Reihe »Hörzeit« lädt das Ensemble regelmäßig zu LeseConcerten mit eigenen Programmen in die Akademie ein.